„Dass eine Kluft besteht zwischen Journalisten und der Öffentlichkeit, zeigt sich vor allem darin, dass Erstere sehr viel mehr an der Meinung ihrer Kollegen interessiert sind als am Urteil ihrer Leser. Man vergleiche das mit einem gesunden System, beispielsweise demjenigen von Restaurants. Wie wir [...] gesehen haben, ist Restaurantbesitzern die Meinung ihrer Gäste wichtig, nicht diejenige von anderen Restaurantbesitzern, wodurch die Restaurantbesitzer bei dem bleiben, was ihre Aufgabe ist; es wird verhindert, dass die Branche sich insgesamt von den Interessen der Gäste wegbewegt. Außerdem entsteht durch Skin in the Game Diversität, und Monokultur wird verhindert. Wirtschaftliche Unsicherheit verschlimmert die Lage. Journalisten arbeiten momentan in der denkbar unsichersten Berufssparte: Die Mehrheit lebt von der Hand in den Mund, und eine Ächtung durch Kollegen wäre tödlich. Dadurch werden sie zu leichten Opfern für manipulative Lobbyisten, wie man es im Zusammenhang mit genverändernden Organismen (GVO), den Kriegen in Syrien und anderem mehr gesehen hat. Wenn Sie in diesem Beruf etwas Unpopuläres über den Brexit, GVOs oder Putin sagen, sind Sie erledigt. Das ist das genaue Gegenteil von Berufssparten, in denen Mitläufertum bestraft wird.“

Nassim Nicholas Taleb enthüllt, warum Journalisten mehr die Meinung ihrer Kollegen achten als die ihrer Leser – und wie "Skin in the Game" Vielfalt und Verantwortung schafft.

Taleb zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie wirtschaftliche Unsicherheit und Gruppenzwang die journalistische Integrität bedrohen und betont, wie wichtig es ist, „Skin in the Game“ zu haben, um Vielfalt und Verantwortlichkeit zu sichern.

Nassim Nicholas Taleb ist ein-libanesisch-amerikanischer Mathematiker, Philosoph und Essayist, bekannt für seine Arbeiten zu Unsicherheit, Risikobewertung, und Zufall.

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Nassim Nicholas Taleb über Medien und Skin in the Game: Die Wahrheit über Journalismus und Öffentlichkeit

Nassim Nicholas Taleb ist ein libanesisch-amerikanischer Mathematiker, Philosoph, Essayist und ehemaliger Händler, der durch seine Bücher über Zufall, Zufälligkeit und Unsicherheit, insbesondere die "Incerto"-Reihe, weltweite Bekanntheit erlangte. Er spezialisiert sich auf die Rolle von extremen Ereignissen und Nichtlinearitäten in komplexen Systemen und kritisiert konventionelle Ansätze in Wirtschaft und Statistik.

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"Eine halbe Wahrheit ist die schlimmste aller Lügen, weil sie teilweise verteidigt werden kann." Solon
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"Der Drang, die Menschheit zu retten, ist fast immer nur ein falsches Deckmäntelchen für den Drang, zu herrschen." Henry Louis Mencken
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"Der Mensch kann viele Rollen spielen und subjektiv überzeugt sein, dass jede von ihnen er selbst ist. Tatsächlich aber spielt er jede Rolle gemäß seinen Vorstellungen davon, was die Menschen um ihn herum von ihm erwarten. Und bei vielen Menschen, wenn nicht sogar bei den meisten, wird die wahre Persönlichkeit vollständig von der Pseudopersönlichkeit erstickt." Erich Fromm
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"Es ist besser von der Wahrheit geohrfeigt, als von der Lüge geküsst zu werden." Unbekannt
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"Zwei linkshändige Handschuhe ergeben kein Paar. Zwei Halbwahrheiten ergeben keine Wahrheit." Eduard Douwes Dekker
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"Ohne irgendeine Form von Zensur ist Propaganda im eigentlichen Sinne des Wortes unmöglich. Um Propaganda zu betreiben, muss es eine Barriere zwischen der Öffentlichkeit und dem Ereignis geben." Walter Lippmann
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"Wenn ein Kandidat für ein öffentliches Amt den Wählern gegenübersteht, trifft er nicht auf vernünftige Menschen; er trifft auf eine Menge von Menschen, deren Hauptmerkmal darin besteht, dass sie vollkommen unfähig sind, Ideen abzuwägen oder auch nur die elementarsten zu verstehen – Menschen, deren gesamtes Denken sich in Begriffen von Emotionen vollzieht, wobei ihre dominierende Emotion die Furcht vor dem ist, was sie nicht verstehen können. Angesichts dessen muss der Kandidat entweder mit dem Rudel bellen oder untergehen... Alle Chancen liegen bei dem Mann, der von Natur aus der hinterhältigste und mittelmäßigste ist." Henry Louis Mencken
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"Wann immer ein Herrscher erkennt, dass sein Volk kurz davor ist, sich gegen ihn zu erheben, beginnt er einen Krieg gegen ein anderes Land." Napoleon Bonaparte
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"Der erste Weg, etwas zu erkennen, ist natürlich die eigene Erfahrung. Du weißt, dass dein Wohnzimmer grün gestrichen ist, weil du dort gewesen bist und gesehen hast, dass es grün ist. (Auf Fragen wie: Woher weißt du, dass du nicht träumst oder verrückt bist, gehe ich hier nicht ein.) Ebenso weißt du, was ein Vogel ist, wie die Schwerkraft wirkt (im alltäglichen Sinne) und wie du zum nächsten Einkaufszentrum gelangst – alles durch unmittelbare Erfahrung. Der zweite Weg, Dinge zu erkennen, ist die Autorität. Das bedeutet, du verlässt dich auf eine Informationsquelle, die du für zuverlässig hältst, wenn dir eigene Erfahrung fehlt. So glaubt fast jeder, der eine Schule besucht hat, dass sich die Erde um die Sonne bewegt – obwohl nur sehr wenige erklären könnten, wie sich diese Bewegung überhaupt nachweisen lässt. Du verlässt dich auf Autorität, wenn du auf die Frage, ob du den Weg nach San Jose kennst, mit Ja antwortest und eine Karte hervorholst. Du könntest die Zuverlässigkeit der Karte prüfen, indem du sie zur Navigation nutzt – doch bis dahin vertraust du auf Autorität. Viele Menschen glauben, dass die Demokratie anderen Regierungsformen überlegen ist, obwohl sie nie unter einer anderen gelebt haben. Sie verlassen sich auf die Autorität von Lehrbüchern und Politikern – und vielleicht auf Beschreibungen davon, wie es in anderen Gesellschaften zugeht. Natürlich verfahren andere Gesellschaften ebenso, und die meisten ihrer Verteidiger stützen sich ebenfalls auf Autorität." Michael J. Behe