"Wissenschaftlichkeit, das heißt zu wissen, was man weiß, und was man nicht weiß; unwissenschaftlich ist das dogmatische Wissen. Wissenschaftlich sein, das heißt, mit den Gründen zu wissen; unwissenschaftlich ist das Hinnehmen fertiger Meinungen. Wissenschaftlich ist das Wissen mit dem Bewusstsein von den jeweils bestimmten Grenzen des Wissens; unwissenschaftlich ist alles Totalwissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. Wissenschaftlich ist grenzenlose Kritik und Selbstkritik, das vorantreibende Infrage-Stellen; unwissenschaftlich ist die Besorgnis, der Zweifel könnte lähmen. Wissenschaftlich ist der methodische Gang, der Schritt für Schritt auf dem Boden der Erfahrung zur Entscheidung dringt; unwissenschaftlich ist das Spiel vielfacher Meinungen und Möglichkeiten und das Raunen."
Karl Jaspers
Dieses Zitat von Karl Jaspers betont, wie entscheidend es ist, in der Wissenschaft stets kritisch, methodisch und selbstreflektiert vorzugehen und die Grenzen des Wissens bewusst anzuerkennen.
Karl Jaspers war ein deutscher Philosoph und Psychiater, bekannt für seine Arbeiten zur Existenzphilosophie und politischen Philosophie.
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Karl Jaspers über Wissenschaftlichkeit – Die Kunst des wahren Wissens
Karl Jaspers beschreibt Wissenschaftlichkeit als Wissen mit kritischem Denken und Bewusstsein der Grenzen – essenziell für echten Fortschritt.
Karl Jaspers (1883–1969) war ein bedeutender deutscher Philosoph und Psychiater. Er war Mitbegründer der Existenzphilosophie und beschäftigte sich eingehend mit Fragen zur menschlichen Existenz, Freiheit und Wahrheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und für eine demokratische Gestaltung Deutschlands.



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