„Für den Fortgang des Kapitalismusverfalls bedeutet das, dass keine revolutionäre Alternative nötig ist, und sicherlich kein Masterplan einer besseren Gesellschaft, die den Kapitalismus verdrängt. Der gegenwärtige Kapitalismus verschwindet von selbst, kollabiert durch innere Widersprüche und nicht zuletzt infolge der Vernichtung seiner Feinde – die, wie bereits erwähnt, den Kapitalismus oft vor sich selbst gerettet haben, indem sie ihn zwangen, eine neue Form anzunehmen. Was nach dem Kapitalismus in seiner jetzt beginnenden Endkrise folgt, ist meiner Ansicht nach nicht der Sozialismus oder eine andere definierte Gesellschaftsordnung, sondern ein anhaltendes Interregnum – kein neues Weltsystemgleichgewicht à la Wallerstein, sondern eine längere Phase sozialer Entropie oder Unordnung (und gerade deshalb eine Periode der Unsicherheit und Unbestimmtheit). Es ist ein interessantes Problem für die Soziologische Theorie, ob und wie eine Gesellschaft für eine bedeutende Zeitspanne zu weniger als einer Gesellschaft werden kann, gewissermaßen eine postsoziale Gesellschaft oder eine Gesellschaft light, bis sie sich vielleicht erholt und wieder zu einer Gesellschaft im vollen Sinn des Wortes wird.“

Wolfgang Streeck erläutert das Ende des Kapitalismus und beschreibt eine Phase sozialer Unordnung als Übergang zu einer postsozialen Gesellschaft.

Wolfgang Streeck analysiert das Ende des Kapitalismus und diskutiert die Möglichkeit einer postsozialen Gesellschaft in einer Phase sozialer Unordnung.

Wolfgang Streeck ist ein deutscher Soziologe.

Wolfgang Streeck über das Ende des Kapitalismus und ein postsoziales Interregnum

Wolfgang Streeck über das Ende des Kapitalismus und das postsoziale Interregnum

Wolfgang Streeck ist ein deutscher Soziologe und Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Er hat bedeutende Beiträge zur Soziologie und Gesellschaftsforschung geleistet und ist bekannt für seine Arbeit zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen.

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