"Keine Staatsform kann so viele Torheiten und Gewaltsamkeiten begehen wie die demokratische, denn nur sie hat die organische Überzeugung von ihrer Unfehlbarkeit, Heiligkeit und unbedingten Legitimität. Selbst der absoluteste Monarchismus hat hunderterlei Hemmungen: im persönlichen Verantwortlichkeitsbewußtsein des Regenten (das unter der Demokratie immer auf den unfaßbaren "Volkswillen" abgeschoben wird), in der Hofclique, der Kirche, den Ratgebem und Ministern, der "Nebenregierung", die sich unvermeidlich um jeden Potentaten ankristallisiert; zudem wirkt in jedem Einzelherrscher die Furcht vor der theoretisch stets möglichen Absetzung. Aber die Regierung des "souveränen Volks" ist durch einen perfiden Zirkelschluß vor jeder Selbstbeschränkung geschützt, denn sie ist im Recht, weil sie der Kollektivwille ist, und sie ist der Kollektivwille, weil sie im Recht ist.„Keine Staatsform kann so viele Torheiten und Gewaltsamkeiten begehen wie die demokratische. Denn nur sie hat die organische Überzeugung von ihrer Unfehlbarkeit, Heiligkeit und unbedingten Legitimität… Denn die Regierung des ›souveränen Volkes‹ ist durch einen perfiden Zirkelschluss vor jeder Selbstbeschränkung geschützt; denn sie ist im Recht, weil sie der Kollektivwille ist; und sie ist der Kollektivwille, weil sie im Recht ist.“"
Egon Friedell
Egon Friedell war ein österreichischer Kulturhistoriker, Schriftsteller und Schauspieler, bekannt für seine scharfsinnigen Kommentare zur Moderne.
Dieses Zitat zeigt die kritische Sicht auf die Demokratie und hebt die besondere Gefahr hervor, die aus dem Glauben an ihre unfehlbare Legitimität entsteht.
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Egon Friedell über die gefährliche Unfehlbarkeit der Demokratie
Egon Friedell analysiert die Demokratie als Staatsform, die sich durch eine gefährliche Überzeugung von Unfehlbarkeit auszeichnet.
Egon Friedell (1878–1938) war ein österreichischer Schriftsteller, Kulturhistoriker und Philosoph, der vor allem für sein Werk "Kulturgeschichte der Neuzeit" bekannt ist. Er kombinierte geschichtliches Wissen mit kritischer Analyse und philosophischer Betrachtung, um die Geschichte der Neuzeit unter einem neuen Licht darzustellen.



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