Plattform
"Es gibt ja zwei Formen, wie man sozusagen Herrschaft ausübt. Das eine ist die alte, die wir alle kennen: das ist Unterdrückung.
Das hatten wir im Stalinismus und so.
Und dann habe ich hier im Westen noch eine andere kennengelernt, an die ich bisher gar nicht so gedacht hatte.
Das ist Verführung.
Verführung ist was ganz Heimtückisches. Weil gegen Bevormundung und Gewaltherrschaft kannst du dich wenigstens wehren.
Dann bleibst du Subjekt.
Kann sein, dass es dich zermalmt, kann sein, dass es dich umbringt. Kann sein, dass du das ganze Leben unter furchtbaren Bedingungen zubringen musst.
Aber du bleibst Subjekt. Du kannst sagen: „ich bin, hier stehe ich, ich kann nicht anders.“
Einer, der verführt ist, der steht da und weiß gar nicht, wo er ist.
Der schützt seine Verführer.
„Ach, dann können wir doch unseren nächsten Urlaub gar nicht mit dem Kreuzfahrtschiff machen. Und wie soll man das jetzt machen, wenn das Benzin immer teurer wird?“ – so kommen die Forderungen des Verführten.
Und so einer wird dann natürlich auch immer dazu beitragen, dass das Verführungssystem erhalten bleibt.
Und deshalb ist das eine viel sicherere Form der Herrschaftssicherung: die Menschen zu Verführten zu machen, als sie zu unterdrücken.
Hat übrigens auch schon die Kirche gewusst."
Gerald Hüther

Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork
Copyright © yoice.net – Quote Artwork